„Glas von gestern“ jetzt austauschen
Troisdorf. Hauseigentümer sollten bei einer anstehenden Modernisierung ihrer Immobilie unbedingt das Fensterglas überprüfen. „Mehr als 300 Millionen Fenster in Deutschland sind noch mit veralteter Verglasung ausgestattet“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas, Jochen Grönegräs. Wird das „Glas von gestern“ gegen Material auf dem technisch neuesten Stand ausgetauscht, kann der Hausbesitzer rund 20 Liter Heizöl pro Quadratmeter Verglasungsfläche und Jahr einsparen. Ein einfacher Test schafft Klarheit.
Ein Drittel aller Wärmeverluste eines Gebäudes erfolgt durch die Fenster – selbst dann, wenn Rahmen und Verglasung intakt sind. „Bis in die 90er Jahre wurde überwiegend unbeschichtetes Isolierglas verbaut. Die Fensterscheiben der meisten vor 1995 errichteten Gebäude entsprechen also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr dem heutigen Energiespar-Standard“, erklärt Grönegräs. Hier bietet sich für Hausbesitzer ein besonders hohes Energiespar-Potenzial, indem das veraltete Glas gegen beschichtetes Wärmedämm-Isolierglas ausgetauscht wird.
Die Leistungsfähigkeit von Isolierglas hat sich in der Vergangenheit stark verbessert. Aufschluss darüber gibt der physikalische Kennwert für den Wärmeverlust durch das Bauteil, der so genannte U-Wert. Dieser Wert liegt bei zwischen den 70er und 90er Jahren eingesetzten Scheiben bei rund 3,0. Heutige Isoliergläser, die mit einer Wärmedämmschicht versehen und mit einem Edelgas gefüllt sind, erreichen dagegen weit bessere U-Werte um 1,1. Sie geben somit im Ergebnis etwa zwei Drittel weniger Wärme an die Außenwelt ab als ihre Vorgänger.
Den Unterschied machen mikroskopisch dünne Metallschichten, die auf die Glasfläche aufgebracht werden und für das menschliche Auge praktisch unsichtbar sind. Ob in einem Gebäude noch „Glas von gestern“ oder bereits modernes Wärmedämmglas eingebaut ist, ist für Nichtfachleute äußerlich nicht zu erkennen. Viele Fensterfachbetriebe können dies einfach feststellen und Empfehlungen für eine Modernisierung geben.
Die Rahmenbedingungen dafür sind übrigens so günstig wie selten zuvor. Mit finanziellen Anreizprogrammen wie dem „C02 Gebäudesanierungsprogramm“ und dem Programm „Wohnraum Modernisieren“ greift der Staat Hausbesitzern durch günstige Zinskonditionen oder großzügige Zuschüsse unter die Arme. Ein Austausch der Fensterscheiben bringt zudem einen attraktiven Steuerbonus, denn 20 Prozent vom Arbeitslohn des Handwerkers, maximal 600 Euro, kann der Auftraggeber direkt von seiner Steuerschuld abziehen.
Der Bundesverband Flachglas
Der Bundesverband Flachglas vertritt die gesamte Bauglas-Branche in Deutschland. Mitglieder sind Floatglashersteller, Veredler wie Isolierglasproduzenten und Glasgroßhändler. Das Basisprodukt für Isolierglas ist Floatglas, das in hochmodernen Produktionsanlagen industriell hergestellt wird. Der nächste Schritt ist das Beschichten der Gläser mit einer Wärmedämm- oder Sonnenschutz-Schicht. Die Fertigung des Isolierglases selbst ist die Domäne einer großen Zahl von mittelständischen Isolierglasherstellern und Glasveredlern. Ihre Kunden sind die Betriebe des Glas verarbeitenden Gewerbes, wie Glaser und Fensterbauer. Informationen unter http://www.bundesverband-flachglas.de/; Adressen von Fensterfachbetrieben, die den „Fensterglas-Test“ durchführen, unter www.energiesparen-mit-glas.de.